Bei der Landrätin haben Migranten die Nase vorn

Ehrenamtliche organisieren interkulturellen Abend mit 120 Gästen

Miteinander essen und feiern, unterhaltsam etwas über andere Kulturen erfahren und von der eigenen erzählen: Darum ging es am „Interkulturellen Abend“. Eingeladen hatte „loslandau.de“ am vergangenen Freitag ins Pfarrheim St. Albert auf der Wollmesheimer Höhe . Das unter dem Dach des Caritas-Zentrums Landau geknüpfte Netzwerk unterstützt Ehrenamtliche in der Flüchtlingsarbeit.

Rund 120 Gäste aus zwölf Nationen, teils als ganze Familien vertreten, waren der Einladung gefolgt. Die Idee zu diesem interkulturellen Abend war im vergangenen Herbst in der Projektgruppe „Tandem“ des Netzwerks von „loslandau.de“ aufgekommen, berichtete Alexandra Grünstäudl-Philippi, die den Abend moderierte. Grünstäudl-Philippi begleitet und koordiniert im Auftrag der Caritas Ehrenamtliche in der Flüchtlingsarbeit – die Stelle konnte im Mai vergangenen Jahres mit Unterstützung der Fernsehlotterie geschaffen werden.

Zwei weitere Projektgruppen – das „FrauenSprachCafé“ und die „Dolmetscher“ – hätten sich dann für Vorbereitung und Organisation der Veranstaltung engagiert, so Grünstäudl-Philippi.

Das Programm begann mit Fotorätseln nach „Dalli-Klick“-Manier, bei denen vom jeweils zu erratenden Motiv nach und nach einzelne Segmente freigegeben wurden. Präsentiert wurden die Rätsel von Lea Damerow, Fachberaterin Migration und Integration im Caritas-Zentrum Landau, die als Pfälzerin über die Bilder ihre Heimat und deren Eigenarten präsentierte. Da galt es für die Ratenden etwa das Alte Kaufhaus in Landau und das Hambacher Schloss, „Keschde“ und Elwetrittche, Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Landrätin Theresia Riedmaier zu erkennen. Die Einladung zum Mitraten wurde vom Publikum gerne und eifrig angenommen und bei so manchem Bild – unter anderen dem der Landrätin – hatten Migranten gegenüber Einheimischen die Nase vorn. Richtige Lösungen wurden mit viel Beifall gewürdigt.

Beifall gab es auch für die Gäste, die über Land, Leute und Kultur ihrer Herkunftsländer referierten. Da beeindruckte die 15-jährige Astir Kuflom mit einer selbstbewusst auf Deutsch vorgetragenen Präsentation zu Eritrea. Mohammed Hamadeh berichtete über Syrien. Raghad Kiwan vervollständigte das Referat mit Einblicken in das syrische Familienverständnis und die Stellung von Frauen in der Gesellschaft. Ein Bildervortrag von Familie Kaneshakumeran mit ausgewählten Motiven vermittelte Eindrücke von Sri Lanka.

Als Übergang vom ersten zum zweiten Teil des Abends formierte sich eine syrische Männergruppe zum Tanz – einem Tanz, wie er auch auf syrischen Hochzeiten getanzt werde, wie die Ankündigung verriet. Mit diesem Tanz, dem sich unter rhythmischem Klatschen des Publikums noch einige weitere Männer der Runde anschlossen, gewann die Stimmung im Saal noch einmal spürbar.
Sie zu halten, trug ohne Zweifel auch das opulente Büffet bei, das im Anschluss freigegeben wurde. Herzhafte und süße Spezialitäten aus vielen Ländern der Erde waren hier versammelt, gekennzeichnet mit Schildern und Fähnchen, hergestellt aus vielen leckeren Zutaten, aber durchweg ohne Schweinefleisch, wie Lea Damerow bekundete.

Eine positive Bilanz der Veranstaltung kann Alexandra Grünstäudl-Philippi nach deren Ende ziehen: „Die Rückmeldungen der Gäste waren sehr gut und die Vortragenden begeistert, dass sie es geschafft haben!“ Und schon während des „Interkulturellen Abends“ habe es Anfragen zu einer Neuauflage gegeben. Wann und wie eine solche stattfinden könne, solle nun in den Auswertungsgesprächen erörtert werden.


Text und Fotos: Henning Wiechers

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